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Gartenteichpflege

DIE PFLEGE EINES ZIERTEICHES

Gartenteich düngen oder nicht
Bei einem Gartenteich gehen die Meinungen bezüglich der Düngung sehr auseinander.
Eine Düngung in einem Gartenteich sehe ich als absolut unnötig an, in den meisten Fällen wird durch die Düngung nur ein unnötiger Nährstoffeintrag getätigt, welcher zu großen Problemen bezüglich des Algenwuchses führen kann.

Klares Wasser im Gartenteich
Ein Gartenteich wird in der Regel natürlich gedüngt durch abgestorbene Pflanzenteile und Kleinlebewesen, Kot von Wasserlebewesen (z. B. Fische), vom Wind hineingeblasenem Laub usw. Die Summe dieser Nährstofflieferanten genügt vollauf, um die Sumpf- und Wasserpflanzen ernähren zu können.
Mangelndes Wachstum oder Blühfaulheit ist bei Teichpflanzen i. d. R. nicht auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen. Vielmehr sind andere Faktoren die Ursachen z. B. schattige Lage, Wasserqualität usw.

Warum wachsen Algen so stark?
Grundsätzlich gibt es nur einen Grund.
Der Teich ist nicht im Gleichgewicht, d. h. die Algen finden für ihre Bedürfnisse ideale Wachstumsbedingungen vor. Ihre Gegner (algenfressende Mikroorganismen) sind massiv in der Minderheit und können damit den Algenwuchs nicht ernsthaft eindämmen.
Das Resultat ist ein grüner Algenteppich.
Algen können sich explosionsartig vermehren. Innert weniger Tage oder Wochen kann aus dem "Nichts" die ganze Wasserfläche bedeckt sein. Dieses immense Wachstum ist nur möglich, wenn genügend Nährstoffe (Stickstoff) im Wasser vorhanden sind.
Darum dürfen Teiche nie gedüngt werden und die verwendete Erde sollte möglichst mager sein (kein Kompost, Mist etc.).

Regenwasser oder Leitungswasser?
Nach Möglichkeit sollte bei Wasserverlust (z. B. Verdunstung im Sommer) oder bei einem Teichneubau immer mit Regenwasser aufgefüllt werden.
Leitungswasser (Trinkwasser) sollte nur verwendet werden, wenn kein Regenwasser vorhanden ist. Leitungswasser ist weniger geeignet, weil die meisten Gemeinden das Wasser aus hygienischen Gründen mit Zusätzen aufbereiten. Damit sind die algenfressenden Mikroorganismen in einer zu kleinen Menge vorhanden, und haben schlechte Lebensbedingungen, um den Algen ernsthaften Widerstand zu leisten.

Natürliche "Impfung"
Bei dieser Methode werden aus einem bestehenden Teich, welcher im Gleichgewicht ist, d. h. kein Algenproblem hat, 10 bis 20 Liter Wasser entnommen.
Dieses Wasser wird in den "kranken" Teich geleert. Damit werden viele algenfressende Mikroorganismen in den Teich eingebracht. Es empfiehlt sich, die Algen im "Problemteich" zuerst mit einem Rechen abzufische. Die Methode der "Impfung" eignet sich auch bestens bei einem Teichneubau.

Aktiver Strohsack
Ein übermäßiger Algenwuchs hängt stark mit einer Überdüngung des Wassers zusammen (Stickstoff). Darum muss alles daran gesetzt werden, diesen Stickstoffüberschuss zu reduzieren.
Das kann am besten erreicht werden, indem ein mit Stroh gefüllter Jutesack für 4 bis 5 Wochen in den Teich gelegt wird. Während dieser Zeit zersetzt sich das Stroh. Für diesen Vorgang wird viel Stickstoff benötigt Das Stroh kann nachher kompostiert oder als Mulch (Abdeckung) im Garten verwendet werden.

Torfsack
Bei einem zu hohem Ph-Wert (ab Ph 8) und zu hartem Wasser (ab 12 Grad dh) kann das Wasser durch das Einhängen eines wasserdurchlässigen Sackes mit Weißtorf leicht angesäuert werden (Dosierung ca. 30 l pro 1 m³ Wasser).

Unterwasser- und Schwimmpflanzen
Auch Unterwasser- und Schwimmpflanzen helfen mit, eine Überdüngung des Wassers zu reduzieren. Für ihr Wachstum benötigt diese Pflanzengruppe unter anderem Stickstoff.
Damit sind sie eine echte Konkurrenz zu den Algen
Folgende Pflanzen eignen sich:

- Ceratophyllum demersum - Hornblatt, starkwachsend
- Eichhornia crassipes - Wasserhyazinthe, frostfreie Überwinterung
- Elodea canadensis - Wasserpest, starkwachsend
- Hottonia palustris - Wasserfeder
- Hydrocharis morsus ranae - Froschbiss, starkwachsend
- Myriophyllum spicatum - Tausendblatt
- Myriophyllum verticillatum - Tausendblatt
- Potamogeton natans - Laichkraut
- Ranunculus aquatilis - Wasserhahnenfuss
- Stratiotes aloides - Krebsschere
- Trapa natans - Wassernuss
- Utricularia vulgaris - Wasserschlauch, für Halbschatten, anspruchsvoll

Sumpfpflanzen
Sumpfpflanzen sind in der Regel auch starke Stickstoffzehrer.
Somit eignen sie sich mittel- und langfristig sehr gut, um einen Teich im Gleichgewicht halten zu können. Das funktioniert aber nur, wenn im Herbst oder spätestens im frühen Frühjahr die abgestorbenen Pflanzenteile entfernt werden.

Laub entfernen
Teiche haben es in sich, dass sie mit den Herbststürmen viel Laub von Bäumen und Sträuchern "anziehen". Dieses Laub bleibt auf der Wasseroberfläche haften, sinkt mit der Zeit auf den Grund und zersetzt sich. Mit dieser "Düngung" steigt im nächsten Frühjahr die Gefahr von Algenbildung.
Das kann verhindert werden, wenn während der Zeit des Laubfalls ein Netz über die Wasserfläche gespannt wird. Wo das nicht möglich ist, sollte das schwimmende und abgesunkene Laub regelmäßig herausgefischt werden.

Wenig Fische
Wenn der Fischbesatz in einem Teich zu hoch ist, wird das Wasser durch die Exkremente der Fische zu stark gedüngt. Die Folge ist ein starker Algenwuchs. Als Faustregel gilt, dass pro 100 Liter Wasser nicht mehr als ein mittelgroßer Fisch (z. B. Goldfisch) sein sollte.
Bei kleineren Fischen darf der Besatz zwei Stück pro 100 Liter nicht übersteigen.

Wasserumwälzung
Eine Umwälzung des Teichwassers durch eine Pumpe wirkt sich immer günstig aus, da sich viele Algen im bewegten Wasser weniger gut entwickeln können und durch die Umwälzung das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert wird.